Radar und AIS: sehen und gesehen werden
In fregatte.de, dem Marine-Browserspiel in der westlichen Ostsee, gibt es keine allwissende Übersicht. Sie sehen nur, was Radar, AIS und Peilungen Ihrer Fregatte erfassen. Jede dieser Quellen hilft Ihnen – und jede Aussendung kann Sie verraten. Diese Seite erklärt kurz, was Radar und AIS in der echten Seefahrt sind, und dann genau, wie das Spiel sie nachbildet.
Radar in der Seefahrt
Radar (aus dem Englischen „radio detection and ranging“) sendet kurze Funkimpulse aus und misst, wie lange das Echo braucht. Aus der Laufzeit ergibt sich die Entfernung, aus der Richtung der drehenden Antenne die Peilung. Auf Schiffen ist das Radar das wichtigste Mittel, um bei Nacht und Nebel andere Fahrzeuge und die Küste zu erkennen. Ein Radar sieht nur, was in direkter Sichtlinie liegt: Inseln und Landzungen werfen einen Radarschatten.
Der Nachteil für ein Kriegsschiff: Wer strahlt, ist zu hören. Passive Empfänger (ESM, „Electronic Support Measures“) erkennen fremde Radare auf große Entfernung und zeigen, aus welcher Richtung sie strahlen – lange bevor das eigene Radar das Schiff erfassen könnte.
Das Radar im Spiel
- Reichweite: 30 sm mit dem Grundschiff. In der Werft erweitert die Linie Sensoren sie in fünf Stufen bis auf 40 sm.
- Radarumlauf: Der Strahl dreht in 3 Sekunden einmal herum. Ein Kontakt wird nur aktualisiert, wenn der Strahl ihn überstreicht; dazwischen bleibt die letzte Position stehen und verblasst. Wird ein Kontakt 60 s nicht erfasst, fällt er weg.
- Was das Radar liefert: Position, Kurs und Fahrt – aber keinen Namen und keine Seite. Ob ein Echo Freund oder Feind ist, entscheiden Sie selbst beim Einstufen.
- Radarschatten: Liegt Land zwischen Ihnen und einem Schiff, sieht Ihr Radar es nicht. Hinter Fehmarn, Rügen oder Bornholm kann man sich verstecken.
- Ohne Radar kein Feuer: Waffen brauchen einen frischen eigenen Radarkontakt (höchstens 8 s alt). Mit ausgeschaltetem Radar können Sie nicht schießen.
Und die Kehrseite: Jedes Schiff mit aktivem Radar erscheint bei allen anderen im Umkreis von 60 sm als Peilstrahl – doppelt so weit, wie Ihr eigenes Radar reicht, und Land schirmt dabei nicht ab.
AIS in der Seefahrt
Das Automatische Identifikationssystem (AIS) sendet über UKW-Seefunk regelmäßig Name, Rufzeichen, Position, Kurs und Fahrt eines Schiffs. Andere Schiffe und Landstationen empfangen diese Daten und zeigen sie auf Karte oder Radar an. Nach dem SOLAS-Übereinkommen müssen große Handelsschiffe und Fahrgastschiffe AIS führen. Kriegsschiffe sind von dieser Pflicht ausgenommen und schalten AIS im Einsatz meist ab.
AIS im Spiel: an heißt unangreifbar
In fregatte.de ist AIS mehr als ein Namensschild. Es ist die zentrale Schutzregel zwischen Spielern:
- AIS an: Alle im Umkreis von 40 sm erhalten Name, Rufzeichen, Position, Kurs und Fahrt Ihres Schiffs, alle 6 s – unabhängig von Radar und Land. Dafür sind Sie für andere Spieler unangreifbar, können aber selbst nicht schießen.
- AIS aus heißt gefechtsbereit: Sie erscheinen nur noch als namenloser Radarkontakt, dürfen feuern und können versenkt werden.
- Umschalten dauert 30 s. Beim Ausschalten sind Sie in dieser Zeit noch geschützt, beim Einschalten noch angreifbar. Wer in den letzten 60 s geschossen hat oder getroffen wurde, kann AIS nicht einschalten.
- Hafenzonen: Im Umkreis von 3 sm um jeden Hafen wirkt keine Waffe, ganz gleich, wie AIS steht.
- Ausnahme: Gegner eines Auftrags, den Sie oder Ihr Bündnis angenommen haben, greifen auch bei eingeschaltetem AIS an.
Die KI-Handelsschiffe – Frachter, Tanker, Fähren und Fischer – senden immer AIS. Auf der Startkarte und im Hafen sehen Sie das öffentliche AIS-Lagebild: alle Schiffe mit AIS an auf der ganzen Karte, aktualisiert alle 30 s. Schiffe mit AIS aus erscheinen dort nie.
Passiv fahren: Peilungen
Schalten Sie das Radar aus, verrät es Sie nicht mehr. Dann sehen Sie Schiffe mit AIS, das Lagebild Ihres Bündnisses und Peilungen: Linien in die Richtung, aus der ein fremdes Radar oder ein Funkspruch kommt.
- Keine Entfernung, aber Signalstärke: stark unter 15 sm, mittel unter 35 sm, sonst schwach. Die Linie wird mit der Stärke breiter und heller.
- Art der Abstrahlung: Funk erscheint strichpunktiert (5 s nach einer Sendung). Ab Sensoren-Stufe 2 zeigt der Strich auch die Art des Radars: Navigationsradar (Handelsschiffe), Suchradar (Kriegsschiffe und Spieler) oder Feuerleitradar (ein Schiff, das gerade feuert). Fischer strahlen nicht ab.
- Entfernung schätzen: Tippen Sie eine Peilung an. Die Box „Gewählte Peilung“ zeigt die Peilungsänderung pro Minute. Wählen Sie eine „Angenommene Fahrt“ (0, 10, 15, 20 oder 25 kn); nach 15 s erscheint die passende Entfernung als farbiger Bereich auf der Linie. Eigene Kursänderungen machen die Schätzung genauer – so arbeiten auch echte Zielbewegungsanalysen.
Welche Einstellung wann?
- Radar an, AIS an: sicher unterwegs, etwa auf Transport- oder Geleitfahrt ohne Gegner. Sie sehen viel und sind geschützt.
- Radar an, AIS aus: gefechtsbereit. Sie sehen alles in Reichweite – und jeder in 60 sm weiß, wo ungefähr Sie stehen.
- Radar aus, AIS aus: lautlos. Ideal für Überwachungsaufträge oder um sich anzuschleichen; feuern können Sie erst, wenn Sie das Radar wieder einschalten.
Ab Sensoren-Stufe 4 erfassen fremde Radare Ihre Fregatte erst auf 85 % ihrer Reichweite. Alles Weitere zu Kontakten, Einstufen und Funk steht in der Anleitung.